Die Gulden-Breze: Das Original zur Erlanger Bergkirchweih seit 1960

Bergkirchweih Erlangen 2023

Wer die Bergkirchweih kennt, kennt das Bild: Menschen, die mit einer riesigen Breze in einer orangenen Papiertüte den Berg hochlaufen. Die Breze ist so gross, dass sie kaum in die Tüte passt. Das Gesicht dahinter ist meistens glücklich.

Das ist die Gulden-Breze – und sie ist kein Souvenir, kein Marketingprodukt, kein Volksfest-Gimmick. Sie ist das Ergebnis eines glücklichen Zufalls aus dem Jahr 1960, und sie ist heute so sehr Teil der Bergkirchweih wie das Festbier und das Riesenrad.

Wie alles begann: 3 Dollar und eine Dekoidee

Es war 1960. Bäckermeister Georg Gulden betrieb auf der Bergkirchweih Verkaufsstände für Semmeln und Salzstangen. Zur Dekoration hatte er zwei besonders grosse Brezen gebacken und aufgehängt – hübsch anzuschauen, aber nicht zum Verkauf gedacht.

Dann kam ein US-Soldat. Er wollte eine der Brezen haben, unbedingt, und bot 3 US-Dollar. Das waren damals knapp 14 D-Mark – für eine Breze. Georg Gulden verkaufte sie, schüttelte den Kopf und sagte später: „Die teuerste Breze, die ich je verkauft habe."

Das war die Geburtsstunde der Gulden-Breze.

Backtradition seit 1908

Hinter der Breze steckt eine Familiengeschichte, die noch weiter zurückreicht. Im Jahr 1908 kaufte Bäckermeister Friedrich Johann Müller das Haus in der Bayreuther Strasse 37 in Erlangen und gründete dort seine Bäckerei – von Anfang an belieferte er die Schausteller und den Entla's Keller auf der Bergkirchweih mit Backwaren. Sein Sohn Konrad führte das Geschäft weiter, dessen Tochter Ilse heiratete 1960 den Bäckermeister Georg Gulden – und der Rest ist Berggeschichte.

1998 verpachtete Georg Gulden die Bäckerei für zehn Jahre, bis jemand aus der eigenen Familie bereit war, die Tradition weiterzuführen. 2007 eröffnete die Tochter Inge Gulden-Bornitzky gemeinsam mit ihrem Sohn Jonas Gulden – ebenfalls Bäckermeister – die neue Guldens Bergstube in der Bergstrasse 1, direkt am Fuss des Burgbergs. Das Haus liegt buchstäblich am Eingang zur Bergkirchweih.

Die Bäckerei ist seither mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem vom Feinschmecker als eine der besten Bäckereien Deutschlands.

Was die Breze besonders macht

Die Gulden-Breze ist gross. Deutlich grösser als eine normale Bäckerbreze. Das ist kein Versehen, sondern Absicht – die Grösse gehört zur Identität, genau wie die orangene Papiertüte, in der sie verkauft wird. Wer auf dem Berg eine Gulden-Breze trägt, ist von weitem erkennbar. Das hat etwas von einem Erkennungszeichen unter Eingeweihten.

Erhältlich ist die Breze in verschiedenen Grössen – für jeden Hunger etwas dabei, wie die Bäckerei selbst sagt. Zur Bergkirchweih versorgen sich die Besucher traditionell vor dem Aufstieg damit: Die Bergstube liegt am Eingang, wer den Berg hochläuft, passiert sie zwingend.

Und auch ausserhalb der Bergkirchweih: Die Gulden-Breze gibt es das ganze Jahr über in der Bäckerei in der Bergstrasse 1. Aber ehrlich gesagt schmeckt sie am besten auf dem Berg, in der orangenen Tüte, mit dem Kastanienschatten und einem Festbier daneben.

Wo und wann

Guldens Bergstube, Bergstrasse 1, 91054 Erlangen. Direkt am Fuss des Burgbergs, am Eingang zur Bergkirchweih.

Geöffnet regulär Dienstag bis Samstag 6:30 bis 18:00 Uhr – und an allen Tagen der Bergkirchweih bis tief in die Nacht, 12 Tage lang, also auch sonntags und montags. Wer früh auf den Berg will und vorher eine Breze holen möchte: die Bergstube öffnet lang vor dem ersten Besucher.

Alles zur Bergkirchweih 2026 – Termine, Keller, Bierpreise – findest du in unserem grossen Ratgeber zur Bergkirchweih Erlangen.

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