Die Bierkeller sind das Herzstück der Bergkirchweih – und der entscheidende Unterschied zum Oktoberfest. Während in München Festzelte dominieren, sitzt man in Erlangen draußen unter alten Kastanien und Linden, im Schatten historischer Kellerhäuschen, vor den Eingängen jahrhundertealter Sandsteinstollen. Jeder der 15 Keller hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Charakter und seine eigene Klientel. Wer den richtigen Keller für sich findet, hat das Wesen der Bergkirchweih verstanden.
Hier findest du jeden einzelnen Keller im Detail: Geschichte, Atmosphäre, Bier, Besonderheiten und alle Reservierungslinks für 2026.
Alle praktischen Infos zur Bergkirchweih 2026 findest du in unserem großen Bergkirchweih-Ratgeber.
Schnellübersicht: Alle Keller auf einen Blick
| Keller | Gegründet | Brauerei | Charakter | Reservierung |
|---|---|---|---|---|
| Entlas Keller | 1797 | Entla's Bräu (hauseigen) | Größter Keller, ganzjährig geöffnet, legendärer Kessel | Online |
| Erich Keller | 1718 | Tucher | Herz der Bergkirchweih, Bierbegräbnis, neue Treppe | Online |
| Henninger Keller | 1816 | Tucher | Längster Keller (861 m), Anstich-Keller, direkt am T | Online |
| Niklas Keller | 1866 | Tucher | Direkt am T, Party-Stimmung, gelbes Schild weithin sichtbar | Auf Anfrage |
| Hübners Keller | 1858 | Tucher | Lebhaft, abends sehr frequentiert, Gasthaus zum goldenen Schwanen | Telefonisch: 09131 993298 |
| Hofbräu Keller | 1729 | Tucher | Klassisch-familiär, gemeinsame Bühne mit Hübner und Niklas | E-Mail: hofbraeu-keller@t-online.de |
| Steinbach Keller | 1861 | Steinbach Bräu (hauseigen) | Eigene Brauerei, Störche als Wappentier, naturtrübes Bier | Online |
| Striezi Keller (ehem. Tucher) | 1729 | Tucher | NEU 2026: Umbenannt, gemütlicher mittlerer Keller | Online |
| Helbig Keller | 1861 | Steinbach Bräu | Einziges dunkles Bergbier, Sitzplätze im Gewölbe, gegenüber Riesenrad | Online |
| Goldmann Keller | 1706 | Weiherer (Kundmüller) | Kleinster Keller, größte Bierauswahl, einziges Rauchbier am Berg | Vor Ort |
| Hartmanns Keller | 1872 | Kitzmann (Kulmbacher) | Flächenmäßig kleinster Keller, ruhiger, familiärer Charakter | Online |
| Weller Keller | 1768 | Kitzmann (Kulmbacher) | Ruhiger, Weißbierkeller im Berg, Müllers Bergstation | Online |
| Birkners Keller | 1895 | Mönchshof (Kulmbacher) | Östlichster Keller, beste Soundanlage, rockt am meisten | Online |
| Altstädter Schießhaus | 1700 | Kitzmann / Tucher | Geburtsort der Bergkirchweih, mediterranes Ambiente, DJ-Musik | Online |
| Fleischmannsgarten | 2025 | Kreis Bier | Ruhiger Rückzugsort, Fischspezialitäten, vegane Optionen | Vor Ort |
Alle Keller im Detail
Entlas Keller
Gegründet: 1797 | Brauerei: Entla's Bräu (hauseigen, seit 2022) | Reservierung: reservierung-entlaskeller.de
Der Entlas Keller ist in vielerlei Hinsicht einzigartig auf der Bergkirchweih. Er ist mit Abstand der größte Keller auf dem Gelände und der einzige, der nicht nur während der Bergkirchweih geöffnet ist, sondern die gesamte Biergartensaison von April bis September betreibt. Wer vor dem Berg schon mal testen will wie der Burgberg ohne Festival-Trubel wirkt, kommt einfach an einem normalen Frühlingsnachmittag vorbei.
Seit 1950 ist der Entlas Keller im Besitz der Familie Engelhardt. Die wohl größte Besonderheit: Seit 2022 betreibt der Keller eine eigene Brauerei unter dem Namen Entla's Bräu. Das Bergbier, das hier ausgeschenkt wird, gibt es nirgendwo sonst zu kaufen und nirgendwo sonst zu trinken – weder im Supermarkt noch an einem anderen Keller. Wer Entla's Bräu trinken will, muss auf den Entlas Keller.
Das Herzstück des Kellers ist der sogenannte Kessel – eine Senke rund um die zentrale Bühne, in der sich die Besucher wie in einem Stadion um die Musik gruppieren. Wenn hier abends die Stimmung kocht, kommt man kaum noch durch. Der Kessel ist nicht für jeden gemacht – wer ruhig sitzen und reden will, sucht sich einen Platz an den Rändern. Wer mittendrin sein will, geht in den Kessel.
Der Entlas Keller bietet außerdem Führungen durch die historischen Kellerstollen an – ein einmaliges Erlebnis, das einen direkten Blick in das 21-Kilometer-Labyrinth unter dem Burgberg ermöglicht.
Die Steinkrüge des Entlas Kellers werden jedes Jahr von einem anderen Künstler gestaltet und sind begehrte Sammlerstücke. Wer alle Jahrgänge sammelt, hat eine echte Kunstgalerie der fränkischen Volkskultur zusammen.
Geeignet für: Alle, die das Original erleben wollen. Früh kommen für ruhige Plätze, abends für die Stimmung im Kessel.
Erich Keller
Gegründet: 1718 | Brauerei: Tucher | Reservierung: erich-keller.net
Der Erich Keller ist der älteste durchgehend betriebene Keller auf dem Bergkirchweihgelände. Gegründet 1718 durch die Familie Windisch, war er seit 1848 im Besitz der Familie Erich – der Name ist geblieben. Von Auswärtigen wird er als das Herz der Bergkirchweih bezeichnet, was Erlanger gerne bestätigen.
Zwei Dinge machen den Erich Keller unverwechselbar. Erstens: Am letzten Montagabend der Bergkirchweih findet hier das traditionelle Bierbegräbnis statt. Das letzte Fass Bier wird symbolisch zu Grabe getragen, Lili Marleen erklingt, und die Besucher schwingen weiße Taschentücher. Wer das einmal erlebt hat, versteht, warum Erlanger den Berg vermissen, sobald er vorbei ist.
Zweitens: Die neue Treppe am Erich Keller, die als Teil des Sicherheitskonzepts entstanden ist und von der Bergstraße direkt hinauf zum Keller führt. Die Treppe hat sogar einen eigenen Instagram-Account und ist in Erlangen längst selbst zur kleinen Berühmtheit geworden.
Der Erich Keller ist außerdem bekannt für seinen Berggottesdienst, der am letzten Sonntag der Bergkirchweih stattfindet – natürlich zur besten Frühschoppen-Zeit. Der Getränkeausschank beginnt erst nach dem Gottesdienst.
Geeignet für: Alle, die die Seele der Bergkirchweih suchen. Unbedingt am letzten Abend besuchen.
Henninger Keller
Gegründet: 1816 | Brauerei: Tucher | Reservierung: henninger-keller.com
Wer den Bergkirchweihbesucher nach dem wichtigsten Keller fragt, bekommt oft eine einfache Antwort: Der Henninger Keller ist der Anstich-Keller. Hier sticht der Oberbürgermeister traditionell das erste Fass Bier an und eröffnet damit die fünfte Jahreszeit. Das macht den Henninger zum Epizentrum des ersten Bergtages.
Seine physische Besonderheit ist kaum zu überbieten: Mit einer Gesamtlänge von 861 Metern durchzieht der Henninger Keller praktisch den gesamten Burgberg – er ist der längste Bierkeller Erlangens und einer der längsten historischen Bierkeller Deutschlands. 1884 wurde er als einziger Keller mit einem Nordeingang ausgebaut, um die Kühlung zu optimieren. Heute gibt es während der Bergkirchweih noch einen Ausschank direkt im Berg – am Eingang des historischen Stollens.
Gelegen direkt an der T-Kreuzung ist der Henninger Keller das erste, was Besucher sehen, wenn sie vom Berg-Shuttle kommen oder zu Fuß heraufsteigen. Er ist damit so etwas wie das Empfangskomitee der Bergkirchweih. Wer schnell zwischen Kellern und Fahrgeschäften wechseln will, hat am Henninger die ideale Lage.
Zur Geschichte: Von 1816 bis 1861 unterstand der Keller der Familie Henninger. Danach wechselten die Besitzer mehrfach, bis der Keller 1902 mit der Brauerei Reif zusammengeschlossen wurde – seither schenkt er Tucher Bier aus.
Geeignet für: Erstbesucher, die mittendrin sein wollen. Ideal zum Eröffnungstag.
Niklas Keller
Gegründet: 1866 | Brauerei: Tucher | Reservierung: Auf Anfrage direkt beim Keller
Das gelbe Schild strahlt einem schon von weitem entgegen: Der Niklas Keller liegt direkt links neben der T-Kreuzung und ist damit der erste Keller, den man auf dem Weg vom T in Richtung Bierkeller passiert. Gemeinsam mit Hübners Keller und dem Hofbräu Keller bildet er ein Trio, das sich eine Bühne teilt – und damit eines der lautesten und stimmungsvollsten Eckchen der gesamten Bergkirchweih schafft.
Abends, wenn die Bands spielen, hält es das junge Partyvolk am Niklas Keller nicht mehr auf den Bierbänken. Dieser Keller ist das Epizentrum der Stimmung im westlichen Teil des Geländes. Wer ruhig sitzen will, kommt lieber zum Frühschoppen. Wer Stimmung sucht, kommt abends.
Die Geschichte reicht zurück auf die Brauerei Carl Niklas, die Ende des 17. Jahrhunderts in der Hauptstraße Bier braute. 1866 erwarb Karl Philipp Niklas den Keller, 1895 wurde die Firma zur „Ersten Erlanger Aktienbrauerei" umfirmiert. Der Erste Weltkrieg beendete die Bierproduktion 1919. Seither befindet sich der Keller im Familienbesitz – seit 2006 bewirtschaftet ihn Michael Gewalt, der Cousin des Steinbach-Kellerwirtes Christoph Gewalt.
Geeignet für: Jüngeres Publikum, Party-Stimmung, Abende am Berg. Nicht für ruhige Gespräche geeignet.
Hübners Keller
Gegründet: 1858 | Brauerei: Tucher | Reservierung: Telefonisch unter 09131 993298
Die Geschichte des Hübners Kellers beginnt im Gasthaus „Zum goldenen Schwanen". Die zugehörige Brauerei befand sich ursprünglich in der Hauptstraße 110 in Erlangen. 1858 trat Conrad Hübner zunächst als Angestellter ein, erwarb die Brauerei jedoch 15 Jahre später – und gab dem Keller damit seinen Namen.
Im Trio mit Niklas Keller und Hofbräu Keller teilt sich der Hübners Keller eine Bühne und profitiert von der gemeinsamen Stimmungsachse. Abends zählt er zu den meistfrequentierten Kellern der Bergkirchweih. Der Bierausschank läuft über Tucher, die Atmosphäre ist lebhaft und gesellig.
Die Besonderheit beim Hübners Keller in Sachen Reservierung: Tische können ausschließlich telefonisch gebucht werden – keine Online-Buchung, keine E-Mail. Das hält die Reservierungsflut etwas überschaubarer, bedeutet aber auch: schnell anrufen, wenn man einen guten Platz möchte.
Geeignet für: Gesellige Abende, spontane Entscheidungen. Wer reservieren will, muss zum Hörer greifen.
Hofbräu Keller
Gegründet: 1729 | Brauerei: Tucher | Reservierung: Per E-Mail an hofbraeu-keller@t-online.de
Der Hofbräu Keller wurde 1729 von dem Bierbrauer und Metzger Georg Ernst Vierzigmann gegründet – er ist damit einer der ältesten Keller auf dem Gelände. Nach wechselnden Besitzern übernahm 1919 die Hofbräu AG Bamberg-Erlangen das Brauhaus und betrieb es als Zweigniederlassung. Bis 2005 bewirtschaftete die Familie Steinmüller den Keller über 75 Jahre. Heute liegt er im Besitz von Michael Gewalt.
Im Verbund mit Hübners und Niklas Keller bildet der Hofbräu Keller die gemeinsame Bühnen-Achse im westlichen Teil der Bergkirchweih. Das Trio bietet zusammen die meisten Sitzplätze in diesem Bereich des Geländes. Die Atmosphäre ist klassisch-familiär, das Publikum gemischt. Tucher Bier kommt aus den Hähnen.
Geeignet für: Familien, gemischte Gruppen, klassisches Berg-Erlebnis ohne zu viel Party-Lärm.
Steinbach Keller
Gegründet: 1861 | Brauerei: Steinbach Bräu (hauseigen) | Reservierung: steinbach-braeu.de
Der Steinbach Keller hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die ursprüngliche Brauerei der Familie Steinbach hatte ihren Standort nicht, wie oft vermutet, an den Kellern, sondern am Bayreuther Tor in der Erlanger Innenstadt. 1861 erwarb die Familie den Burgbergkeller. Nach dem Ende der eigenen Bierproduktion 1923 – die Brauerei arbeitete nur noch als Mälzerei – dauerte es bis 1995, ehe Familie Gewalt als neue Besitzer das Bierbrauen wieder aufnahm. Seit 1997 ist Steinbach Bräu wieder mit eigenem Ausschank auf der Bergkirchweih vertreten.
Das Wappentier des Steinbach Kellers sind die Störche, die auf dem Kamin des Kellerhäuschens nisten und ihren Nachwuchs dort aufziehen. Ein ungewöhnliches, aber treffendes Symbol für Beständigkeit und Verwurzelung. Wer vom Festgelände hinüber zum Kamin schaut, kann in der Brutsaison tatsächlich Störche beobachten.
Das Bergbier von Steinbach Bräu ist naturtrüb, unfiltriert und schmeckt jedes Jahr ein kleines bisschen anders – je nach Wetter, Rohstoffen und dem Moment des ersten Schlucks direkt aus dem Lagerkeller. Wer industriell standardisiertes Bier gewohnt ist, erlebt hier, wie Bier ursprünglich war.
Auch für den Steinbach Keller gibt es Biermarken im Vorverkauf, die etwas günstiger sind als der Kassenpreis vor Ort.
Geeignet für: Bierkenner, die Naturtrübes und handwerkliche Braukunst schätzen. Ruhigere Atmosphäre als die Keller am T.
Striezi Keller (ehemals Tucher Keller)
Gegründet: 1729 | Brauerei: Tucher | Reservierung: bergplatz.de
Die große Neuigkeit für 2026: Der langjährige Tucher Keller trägt ab diesem Jahr den Namen Striezi Keller. Das bier kommt vom neuen Besitzer, dem Entlas Keller, die Atmosphäre bleibt gleich, aber der Name ist neu. Für viele Erlanger ist das eine der meistdiskutierten Neuerungen der Bergkirchweih 2026.
Der Keller geht auf das Jahr 1729 zurück. Ursprünglich gehörte der Burgbergkeller der Brauerei Ott, die 1918 die Bierproduktion einstellte und ihr Braukontingent an die Nürnberger Tucher-Brauerei verkaufte. Ab 1971 übernahm der Sportverein FSV Erlangen Bruck die Bewirtschaftung – und feierte dort auch seine Aufstiege. Heute ist der Keller ein gemütlicher mittlerer Keller auf dem Gelände, der gut zwischen den lebhafteren Eckpunkten des Bergs liegt.
Geeignet für: Alle, die mittendrin sitzen wollen, ohne am lautesten Punkt zu sein. Gute Wahl für entspannte Gruppen.
Helbig Keller
Gegründet: 1861 | Brauerei: Steinbach Bräu | Reservierung: helbigkeller.info
Der Helbig Keller ist eine der ungewöhnlichsten Adressen auf der Bergkirchweih – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Erstens schenkt er das einzige dunkle Bergkirchweihbier aus: ein Dunkles mit 13,8 Prozent Stammwürze und rund 6 Prozent Alkohol, das sich deutlich von den hellen Festbieren der anderen Keller unterscheidet. Dazu gibt es das Bergweizen und das beliebte Goldblondchen, alle von Steinbach Bräu.
Zweitens liegt der Helbig Keller direkt gegenüber dem Riesenrad – eine der lebendigsten Ecken des Geländes, wo das Treiben der Fahrgeschäfteseite auf das ruhigere Kellerleben trifft. Drittens bietet der Helbig Keller etwas, das kein anderer Keller hat: Sitzplätze im Gewölbe des historischen Felsenkellers. Wer drinnen sitzt, sitzt buchstäblich im Inneren des Berges.
Die Geschichte: 1861 erwarb Familie Helbig den Keller, der 1905 wegen des Todes des Erben an eine Kapitalgesellschaft überging. In den Folgejahrzehnten nutzte ihn unter anderem Hofbräu (1924) und Kitzmann. Heute betreibt ihn Steinbach Bräu als Zweitstandort neben dem Steinbach Keller.
Geeignet für: Biertrinker mit Neugier auf dunkles Bier, Besucher die mal kurz den Trubel entfliehen und im historischen Gewölbe sitzen wollen.
Goldmann Keller
Gegründet: 1706 (als Gemeindebrauhaus) | Brauerei: Weiherer (Brauerei Kundmüller) | Reservierung: Vor Ort, keine Voranmeldung
Der Goldmann Keller ist der Geheimtipp unter den Geheimtipps. Als kleinster Keller der Bergkirchweih bietet er gleichzeitig die größte Bierauswahl – und als einziger Keller auf dem gesamten Gelände schenkt er Rauchbier aus. Das dunkle Weiherer Urstöffla der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt gehört zu den interessantesten Bieren, die man auf der Bergkirchweih trinken kann.
Die Geschichte des Kellers reicht bis ins Jahr 1706 zurück, als der Burgbergkeller zum Gemeindebrauhaus der Erlanger Altstadt gehörte. Ab 1710 konnten Bürger gegen Zahlung von Kesselgeld ihr Bier dort selbst brauen. Lange Jahre wurde der Keller wenig ruhmreich genutzt – unter anderem als Döner-Verkaufsstand. Seit 2008 bewirtschaftet ihn Thomas Goldmann, der dem Keller seinen heutigen Namen gab und ihn zu dem machte, was er heute ist: ein kleiner, ruhiger, besonderer Keller für Menschen, die mehr suchen als das Standardprogramm.
Geeignet für: Neugierige Biertrinker, Ruhesuchende, alle die mal was anderes probieren wollen. Keine Reservierung nötig oder möglich – einfach hinsetzen.
Hartmanns Keller
Gegründet: 1872 | Brauerei: Kitzmann (Kulmbacher Brauerei) | Reservierung: bratwurst-mueller.de
Der Hartmanns Keller ist der flächenmäßig kleinste aller Bierkeller auf der Bergkirchweih. Sein achtseitiges Kellerhäuschen stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Der Name geht auf eine der kurzlebigsten Brauereien Erlangens zurück: Die Familie Hartmann betrieb ihre Brauerei nur von 1872 bis 1882 – ausschließlich zur Versorgung der Gaststätte „Zum Mondschein". 1886 übernahm Familie Erlwein den Keller, die ihn 1895 unter dem Namen „Brauerei Erlwein & Schultheiß" weiterführte. In den 1930er Jahren war der Keller wieder bei der Familie Hartmann, die ihn als Kartoffel- und Krautlager nutzte.
Heute schenkt der Hartmanns Keller Kitzmann Bier aus – das traditionsreiche Erlanger Bier, das zwar seit einigen Jahren in Kulmbach gebraut wird, aber seine Wurzeln in Erlangen hat. Betreut wird der Keller heute von Wirtin Rosi Müller, die auch für die benachbarte Müllers Bergstation am Weller Keller verantwortlich ist.
Geeignet für: Ruhige Stunden, kleinere Gruppen, Einheimische die dem Trubel aus dem Weg gehen wollen.
Weller Keller
Gegründet: 1768 | Brauerei: Kitzmann (Kulmbacher Brauerei) | Reservierung: bratwurst-mueller.de
Der Weller Keller hat eine interessante jüngere Geschichte: Nach rund 100-jähriger Schließung nahm die Erlanger Brauerei Weller im Jahr 2013 ihren Betrieb wieder auf und kehrte mit eigenem Ausschank auf die Bergkirchweih zurück. Gegründet 1768, zählt er damit zu den älteren Kellern auf dem Gelände.
Eine besondere Attraktion ist Müllers Bergstation, die sich am Weller Keller befindet. Bekannt für den Weißbierkeller im Inneren des Berges – ein Ausschank direkt im historischen Felsenstollen, der eine ganz andere Atmosphäre bietet als die Biergärten im Freien. Außerdem werden hier traditionelle Fischspezialitäten von der Heringsbraterei Wittmann in entspannter Biergarten-Atmosphäre serviert – ein Angebot, das man so an keinem anderen Keller findet.
Der Weller Keller liegt im ruhigeren östlichen Teil des Geländes, zwischen Hartmanns und Helbig Keller. Wer einen Platz sucht, wo man noch ein vernünftiges Gespräch führen kann, ohne gegen Livemusik ankämpfen zu müssen, ist hier gut aufgehoben.
Geeignet für: Fischliebhaber, Ruhesuchende, alle die mal im historischen Stollen sitzen wollen.
Birkners Keller
Gegründet: 1895 | Brauerei: Mönchshof (Kulmbacher Brauerei) | Reservierung: birkners-keller.de
Der Birkners Keller ist der östlichste Felsenkeller auf dem Bergkirchweihgelände und hat ein klares Motto: „Hier rockt der Berg." Wer hier sitzt, erwartet beste Musik, professionelles Sound-System und eine Lichtshow an der Bühne, die auf dem gesamten Berg ihresgleichen sucht. Die Bühne steht zentral, sodass von fast allen Plätzen beste Sicht gewährleistet ist.
Die Geschichte des Birkners Kellers ist vergleichsweise jung: 1895 von Emil Birkner als Bierwirtschaft eröffnet, wurde er bereits 1919 wieder verkauft und abgerissen. Erst 1983 nahm er seinen Betrieb wieder auf, seit 1989 gibt es hier Kitzmann Bier – heute Mönchshof der Kulmbacher Brauerei. Das Konzept, gezielt das jüngere Publikum anzusprechen, hat sich bewährt: Der Birkners Keller ist heute einer der beliebtesten und begehrtesten Keller des Bergs.
Das Security-Konzept ist am Birkners Keller besonders durchdacht: Bei starkem Andrang wird der Zugang kontrolliert, damit es nicht zu voll wird. Wer sicher einen Platz haben will, kommt früher oder reserviert.
Für die Kulinarik zeichnet sich das Küchenteam des Altstädter Schießhauses verantwortlich: Fränkisches Schäuferla, die Weltmeister-Bratwürste der Metzgerei Reck aus Möhrendorf, Schnitzel und Brotzeiten – alles frisch zubereitet.
Geeignet für: Alle, die Musik, Stimmung und eine professionelle Atmosphäre suchen. Früh kommen oder reservieren.
Altstädter Schießhaus
Gegründet: 1700 | Brauerei: Kitzmann / Tucher | Reservierung: altstaedter-schiesshaus.de
Das Altstädter Schießhaus ist historisch gesehen der Geburtsort der Bergkirchweih. Als 1755 der Stadtratsbeschluss fiel, den Pfingstmarkt auf den Burgberg zu verlegen, war das Altstädter Schießhaus das Zentrum des neuen Festgeländes. Hier hielten die Schützen ihr Vogelschießen ab, hier begann alles.
Die Geschichte reicht bis 1700 zurück, als ein neuer Schießplatz am Burgberg errichtet wurde – das alte Gelände in der Innenstadt war wegen der Errichtung der Erlanger Neustadt geräumt worden. 1729 wurde das erste Schießhaus durch ein repräsentatives neues Gebäude ersetzt. Seit 1911 wird das Schießhaus als reine Gaststätte betrieben – das Schießen ist Geschichte. 1928 ging es in den Besitz der Stadt Erlangen über, 1999 wurde es an Elisabeth Beßler und Siegfried Wichert verkauft. Seit 2011 erstrahlt es in neuem Glanz unter Bergwirten mit mediterranem Ambiente.
Das Altstädter Schießhaus ist heute ein Kontrast zu den traditionellen Kellern: Hier dominieren DJ-Musik und Party-Atmosphäre, das Ambiente ist mediterraner als fränkisch. Wer einen Keller mit Blasmusik und Steinkrug sucht, ist woanders besser aufgehoben. Wer bis tief in die Nacht feiern will, findet hier seinen Platz.
Geeignet für: Party-Abende, jüngeres Publikum, alle die DJ-Musik dem Volksmusikprogramm vorziehen.
Fleischmannsgarten
Seit: 2025 | Brauerei: Kreis Bier | Reservierung: Vor Ort
Der Fleischmannsgarten ist der neueste Bereich auf dem Bergkirchweihgelände. Seit 2025 bewirtschaftet unterhalb des Skulpturengartens gelegen, ist er ein echter Ruhepol abseits des Hauptgeschehens. Kreis Bier kommt aus den Hähnen, das Speisenangebot umfasst neben klassischen Brotzeiten auch vegetarische und vegane Speisen – ein Angebot, das auf der Bergkirchweih so bislang nicht zu finden war.
Der Fleischmannsgarten ist bewusst kleiner und ruhiger als die großen Keller. Wer mit dem Trubel nichts anfangen kann, aber trotzdem Teil der Bergkirchweih sein möchte, findet hier einen entspannten Platz. Traditionelle Fischspezialitäten von der Heringsbraterei Wittmann gehören ebenfalls zum Angebot.
Geeignet für: Ruhige Stunden, Vegetarier und Veganer, Besucher die die Bergkirchweih von einer anderen Seite erleben wollen.
Tipps zur Kellerauswahl
Welcher Keller für welchen Anlass?
| Anlass | Empfohlene Keller |
|---|---|
| Erste Bergkirchweih, alles kennenlernen | Henninger Keller (zentral), dann Entlas oder Erich |
| Beste Stimmung abends | Erich Keller, Niklas Keller, Birkners Keller |
| Ruhiger Frühschoppen | Weller Keller, Goldmann Keller, Fleischmannsgarten |
| Besonderes Bier | Goldmann (Rauchbier), Helbig (dunkles Bergbier), Entlas (Entla's Bräu), Steinbach (naturtrüb) |
| Mit Kindern | Hartmanns Keller, Weller Keller, Fleischmannsgarten |
| Letzter Abend / Bierbegräbnis | Erich Keller – unbedingt |
| Historisches Erlebnis im Stollen | Helbig Keller (Gewölbe), Müllers Bergstation am Weller Keller |
Reservierung: Wann und wie?
Beliebte Keller wie Entlas, Erich, Niklas und Birkners sind an Wochenenden und zum Anstich oft mehrere Wochen im Voraus ausgebucht. Wer sicher sitzen will, reserviert früh. Unter der Woche und zum Frühschoppen ist es deutlich entspannter – oft findet man auch ohne Reservierung einen guten Platz, wenn man freundlich fragt.
Echte Erlanger gehen ohne Reservierung: Auf einer langen Bierbank ist immer Platz für einen mehr, wenn man nett fragt. Das gehört zur Bergkirchweih-Kultur.
Tischreservierung: Was du wissen musst
- Reservierungen sind bei den meisten Kellern ab 10 Personen möglich
- Bei einigen Kellern auch für kleinere Gruppen – direkt nachfragen
- Ein reservierter Tisch ist üblicherweise für einen bestimmten Zeitblock gebucht
- Nicht erscheinen ohne Absage ist bei den Kellerwirten nicht gern gesehen
- Alternativ: Biermarken kaufen und morgens früh ohne Reservierung kommen
Häufige Fragen zu den Kellern der Bergkirchweih
Welcher Keller ist am größten?
Der Entlas Keller ist der flächenmäßig größte Keller auf dem Bergkirchweihgelände. Der Henninger Keller ist mit 861 Metern der längste unterirdische Bierkeller.
Welcher Keller ist am kleinsten?
Der Hartmanns Keller ist der flächenmäßig kleinste Keller. Der Goldmann Keller gilt als kleinster in Bezug auf die Sitzplätze im Freien.
Wo gibt es das beste Bier?
Das ist Geschmackssache. Wer eigens gebrautes Bier sucht, ist beim Entlas Keller (Entla's Bräu) und Steinbach Keller (Steinbach Bräu) richtig. Für dunkles Bier: Helbig Keller. Für die größte Auswahl: Goldmann Keller.
An welchem Keller findet das Bierbegräbnis statt?
Das traditionelle Bierbegräbnis findet am letzten Montagabend am Erich Keller statt.
Welcher Keller hat ganzjährig geöffnet?
Nur der Entlas Keller hat außerhalb der Bergkirchweih von April bis September geöffnet.
Kann man alle Keller an einem Tag besuchen?
Theoretisch schon – das Gelände zieht sich auf einem Kilometer Länge am Burgberghang entlang. Praktisch sollte man sich aber auf zwei bis drei Keller pro Besuch konzentrieren und die Atmosphäre in Ruhe genießen.